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Schattenspringen Folge 1: Karaoke
Gestern war es soweit, Dennis hat es getan. Kim’s Karaoke rief und ich stellte mich. Diese scheinbar direkt aus Japan importierte Klitsche mit dem Charme eines ausgeräumten Penny-Marktes war so trashig das sie schon wieder geil war. Man saß beisammen in kleinen Grüppchen auf Bänken wie Sie im Schnellimbiss zu finden sind und schmökerte die Titelliste durch während man sich ordentlich Mut antrank. Dies hat zwangläufig zur Folge, dass man über kurz oder lang das stille Örtchen aufsuchen musste (erschreckend europäisch eingerichtet). Was passiert aber zwangsläufig wenn man einen Moment körperlich und geistig abwesend ist? Genau. Völlig überfordert stiefelte meiner einer aus der europäischen Inklave in diesem asiatischen Ballungszentrum als mein Wunschtitel anfing. Verdattert ging ich unter Schweißausbrüchen auf die Bühne Marke Obi und stotterte den viel zu schnellen Text in das rauschende Rückkopplungsmikrophon. Gefühlte 48 Minuten dauerte mein 3,4-Minuten-Song. Danach bin ich mit hochrotem Kopf in meine Sitznische gesunken, rauchte 5 Zigaretten hintereinander und bestellte ein neues Bud. Freundlicher Zuspruch meiner Begleiter. Schallendes Lachen wäre mir lieber gewesen.
Edeka und die Flöten
Drei Supermärkte wohnen bei mir um’s Eck. Mit ein bisschen laufen hätt ich sogar vier. Jedes Mal wenn ich einkaufen gehe stellt sich deshalb die Frage: Marken, Freundlichkeit oder preiswert? Heute entschied ich mich für die Marke weil die Smacks von Plus einfach scheiße sind. Und Kaiser’s find ich ein bisschen ungemütlich weil mir der Laden so unaufgeräumt und dunkel vorkommt. Und beim Obst hat’s Fliegen. Also zu Edeka. Dort alles bekommen was ich wollte und wieder einmal in Konflikt mit der Technik geraten. Da gibt’s die Kippen nämlich nicht mehr an der Kasse sondern an so nem Automaten. Um den benutzen zu können muss man sich allerdings vorher an der Kasse eine Karte seiner gewünschten Marke kaufen. Und wo steht der Automat? Natürlich: hinter den Kassen. Gut, wenn ich ein wenig aufgepasst hätte währen mir diese Produktkarten (so werden Sie bei Edeka genannt) an der Kasse vielleicht aufgefallen. Aber es war morgens um 10 und mein mobiler Musikmacher trällerte mir gerade Billy Talent ins Ohr.
Also wieder rein und neu angestellt. Habe aber meine Einkäufe in Absprache mit der Kassiererin bei ihr deponieren dürfen. Nur, mir gleich eine solche Karte zu verkaufen, dazu war sie nicht bereit. Habe mich also als 8. wieder angestellt, mit leeren Händen. Ein Großmütterchen und eine vierköpfige Familie haben mich dann noch vorgelassen. Was für ein Akt. Ab heute gibt’s Zichten nur noch am Kiosk. Der ist um’s Eck.
Tücken der aufgestylten Technik
Das war das positive. Jetzt haben sich aber auch schon einige Tücken aufgetan. Das flache Ding ist nämlich äußerst anfällig für Kratzer, Fingerabdrücke und Hundegebiss-Abdrücke. Deswegen musste eine Schutzhülle her die das GB-Wunder gleich mal doppelt so dick und fünfmal hässlicher macht. Außerdem ist der Akku eher mau. Gefühlt wird er auch immer kleiner. Meine monatliche Zugfahrt nach Hannover hält er (noch) mit Hängen und Würgen durch, verlangt danach aber sofort Nahrung. Also auch Kabel mit schleppen. Und irgendwie sind die Ohrhörer auch nicht besonders widerstandsfähig. Und er lässt sich manchmal nicht ausschalten, besonders nach dem Laden nicht. Das mag aber auch an meiner Dummheit liegen. Schön ist er trotzdem.
Echo
Jetzt ist er also verliehen und RTL hat so einiges verhunzt. So gab es laut Süddeutsche.de Zitate von Gewinnern, bevor die angebliche Livesendung über die Monitore flackerte und das Playback von Tokio Hotel hat auch nicht so richtig gefunzt. Hörte sich an, als hätte das schwarzhaarige Frontmädchen Bill ständig mit seiner Löwenmähne die Frequenz des kabellosen Mikros gestört.